Besonderheiten der Schule
Bilingualer Unterricht am Gymnasium Heißen

Am Gymnasium Heißen wurde der deutsch-englische bilinguale Bildungsgang als ein besonderes Angebot des Fremdsprachenunterrichts mit Beginn des Schuljahres 1995/96 eingeführt. Die ersten Abiturienten verließen die Schule mit einem „bilingualen Abitur“ im Jahr 2005. Das bilinguale Angebot des Gymnasiums Heißen möchte durch die vertiefte Förderung fremdsprachlicher und interkultureller Kompetenzen die Schüler in die Lage versetzen, ihre Möglichkeiten innerhalb eines zusammenwachsenden Europas und einer globalisierten Welt zu finden und durch eine umfassende sprachliche Ausbildung im Fach Englisch voll auszuschöpfen.
Was ist bilingualer Unterricht?
Aufbauend auf dem traditionellen Englischunterricht werden im bilingualen Bildungsgang auch Sachfächer in englischer Sprache unterrichtet. Am Gymnasium Heißen werden in den bilingualen Klassen die im Englischunterricht erworbenen Sprachkenntnisse in den Fächern Erdkunde, Biologie, und Geschichte praktisch angewendet, erweitert und vertieft. In allen übrigen Fächern erfolgt der Unterricht auf Deutsch.
Welche Vorteile bringt der bilinguale Zweig den Schülern?
Durch den erhöhten Stundenanteil der in englischer Sprache unterrichteten Fächer werden Kommunikationsfähigkeit und Sprachkompetenz in der Fremdsprache in mündlicher und schriftlicher Form gefördert, so dass die Schüler in der Lage sind, die Fremdsprache nicht nur in Alltagsituationen, sondern auch in Fachgesprächen und Diskussionen in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwenden.
Durch das erhöhte Stundenvolumen ergeben sich erweiterte Möglichkeiten der Differen-zierung in Arbeitstechniken und Methoden des Unterrichts als auch in der Auswahl von Unterrichtsinhalten im Hinblick auf Zusatzmaterialien wie Lektüren oder Projekte. Diese Möglichkeiten fördern Kreativität und Teamfähigkeit und verschaffen ein verstärktes Verständnis für andere, insbesondere für die angelsächsische Kultur und Mentalität (interkulturelle Kompetenz).
Der bilinguale Unterricht in den Gesellschaftswissenschaften bereitet die Schüler auf ein Leben in einer Welt zunehmender kultureller, politischer, technologischer und wirtschaftlicher Kooperation vor, in der eine der Hauptverkehrssprachen Englisch ist.
Die erfolgreiche Absolvierung des bilingualen Bildungsgangs („bilinguales Abitur“) erleichtert die Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung im Ausland. Gute Englischkenntnisse sind hierbei oft die Basis und Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche berufliche und/oder akademische Laufbahn im In- und Ausland.
Welche Voraussetzungen sollten Schüler für den bilingualen Unterricht mitbringen?
Das bilinguale Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus ist der bilinguale Zweig für sprachbegabte Schülerinnen und Schüler eine Erweiterung des schulischen Angebotes, um diese Begabung besonders zu fördern.
Um eine möglichst erfolgreiche Teilnahme am bilingualen Unterricht zu gewährleisten, wird vor oder bei der Anmeldung mit den Eltern ein Beratungsgespräch geführt. In diesem Gespräch werden sowohl die individuellen Leistungen in allen Fächern, insbesondere den sprachlichen Fächern Deutsch und Englisch als auch persönlichen Stärken wie Lernbereitschaft und ein entsprechendes Arbeitsverhalten, Durchhaltevermögen, Engagement, Zielstrebigkeit und Konzentrationsfähigkeit herausgestellt.
Wie ist der bilinguale Bildungsgang am Gymnasium Heißen aufgebaut?
Sekundarstufe I
Die Schülerinnen und Schüler der bilingualen Klassen erhalten in den Jahrgangsstufen 5 und 6 einen um zwei Wochenstunden erhöhten erweiterten Englischunterricht. Durch den erweiterten Fremdsprachenunterricht werden die Grundlagen zum Verständnis der in Klasse 7 einsetzenden bilingualen Sachfächer gelegt. Hierbei können einzelne Themen des zusätzlichen Angebots zum Lehrbuchmaterial, z. B. aus den Bereichen Wetter und Klima, Tier- und Pflanzenwelt oder Römer und Normannen in England, bereits zu den bilingualen Sachfächern hinführen und den Gebrauch der Fremdsprache in den Sachfächern vorbereiten.
Auf dieser Grundlage sollte es den Schülerinnen und Schüler möglich sein, dem Unterricht in den Sachfächern Erdkunde (ab Klasse 7), Biologie (ab Klasse 8) und Geschichte (ab Klasse 8) zu folgen und den bilingualen Bildungsgang bis zum Ende der Sekundarstufe I erfolgreich zu absolvieren
Im Einzelnen sieht die Stundentafel des bilingualen Bildungsgangs in der Sekundarstufe I wie folgt aus:

Sekundarstufe II
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden am Ende der Klasse 9, ob sie den bilingualen Zweig bis zum Abitur besuchen wollen. Der bilinguale Ausbildungsgang endet mit dem bilingualen Abitur. Ein Leistungskurs Englisch und eines der auf Englisch unterrichteten Sachfächer sind Fächer der Abiturprüfung.
In der Jahrgangsstufe 10 werden neben einem Grundkurs Englisch zwei Grundkurse in den bilingualen Sachfächern Biologie und Geschichte unterrichtet.

Das Abiturzeugnis des bilingualen Zweiges enthält einen Vermerk über den Besuch dieses Zweiges und die Ablegung der Abiturprüfung im bilingualen Sachfach in der Fremdsprache.
Kann man zwischen dem bilingualen Zweig und dem Regelzweig wechseln?
Da im Englischunterricht in allen Klassen mit den gleichen Lehrbüchern gearbeitet wird und die Unterrichtsinhalte der bilingualen Sachfächer und der Sachfächer auf Deutsch fast identisch sind, ist ein Wechsel in eine Regelklasse zum Ende eines Schuljahres möglich. Daher ergeben sich auch keine Schwierigkeiten im Falle eines Schulwechsels. Bei Leistungsdefiziten in Englisch werden die Eltern der betroffenen Schüler in dieser Hinsicht informiert und beraten.
Bei einem Wechsel in eine Regelklasse spielen aber von schulischer Seite her die jeweiligen Klassengrößen eine Rolle.
Weitere Informationen zum bilingualen Zweig
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Unterricht/Faecher/Fremdsprachen/BilingualesLernen/index.html
Gerd Werntgen
Gymnasium Heißen als MINT Excellence-Center

Seit 2003 ist das Gymnasium Mitglied im Verein MINT-EC, die ersten zwei Jahre im Stadium der Anwartschaft, danach als vollwertiges Mitglied.
Der Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e.V. (Verein MINT-EC) ist eine Initiative der Arbeitgeber. Ziel ist es, mehr Nachwuchs für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die "MINT-Fächer", zu begeistern. Zugang zum MINT-EC-Netzwerk erhalten Schulen nur über ein bundesweit einmaliges Auswahlverfahren. Die begehrte Mitgliedschaft im Verein MINT-EC wird Schulen dann zuerkannt, wenn sie besonders tragende Konzepte in den MINT-Fächern nachweisen können. Es werden Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und die Leitungsebene durchgeführt und Unterstützung bei der Suche nach Kontakten geboten.
Der Verein MINT-EC hat im Jahr 2009 sein 10-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Rahmen der Schulleitertagung in Saarbrücken gefeiert. Inzwischen gibt es mehr als 100 Gymnasien in der Bundesrepublik, die diesem Netzwerk angehören.
Maßgeblich unterstützt wird die Vereinsarbeit von drei großen Förderern, dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall mit der Initiative THINK ING., der Siemens-Stiftung und der Deutschen Telekom AG.
Alle zwei Jahre wird der Siemens Award nur für MINT-EC Schulen ausgeschrieben, in dem besonderes Engagement im Bereich der MINT-Fächer mit hohen Geldpreisen prämiert wird. Wir haben 2004 und 2008 am Siemens-Award teilgenommen.
Die Vorteile für unsere Schule bestehen neben der Stärkung der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik im Zugang zu bundesweiten und europäischen Projekten, in neuen Kontakten zu Firmen und Universitäten für SchülerInnen und LehrerInnen. Dies sind zum einen die Fortbildungen für Lehrer und Schulleitung und zum anderen die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an MINT-Camps oder an der Veranstaltung MINT 300, die alle 2 Jahre in Berlin durchgeführt wird. Beispiele dazu werden regelmäßig in der Heißener Schulzeitung veröffentlicht. So haben im Kalenderjahr 2009 drei Schüler an "MINT 300" und zwei am MINT-Camp am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam ihren Horizont erweitern können. Hier eingefügt ist der Bericht der beiden teilnehmenden Schüler Samira Abu Jhaisha und Björn Tauer (damals Jgst 12) am MINT-Camp des Hasso-Plattner-Institutes (veröffentlicht in NvGH Nr. 117, Mai 2009):
Innovationen sollen Deutschland im internationalen Markt stärken, doch was sind überhaupt Innovationen und wie lernt man, innovativ zu sein?
Mit der Zielsetzung ca. 30 Schülern aus MINT-Schulen gerade diese Fragenstellungen näher zu bringen, veranstaltete der MINT-EC im Zeitraum vom 25.03.2009 bis zum 29.03.2009 ein Camp an dem privaten Hasso-Plattner-Institut in Potsdam.
Das Hasso-Plattner-Institut hat neben der Hochschule für IT-Systems Engineering zusätzlich die Design-Thinking School integriert, wobei beide Einrichtungen für das Projekt in Anspruch genommen wurden. So beinhaltete das Programm neben der Vermittlung technischer Grundkenntnisse, sowohl im Programmieren, als auch im Umgang mit elektronischen Bausteinen (Sensoren, Motoren, etc.), auch Techniken um die eigenen Softskills (z.B. Gruppenarbeit, Entwicklung innovativer Ideen, kreative Marktanalyse) zu verbessern.
Alle erworbenen Fähigkeiten mussten abschließend in einem großen Projekt angewandt werden. In Kleingruppen sollten neuartige Produkte entwickelt werden, die einem das Leben erleichtern. So kam zum Beispiel ein Prototyp eines Küchencomputers zustande, der mittels eines Lasers nach Auswahl eines Gerichts den Standort der benötigten Zutaten anzeigt und zusätzlich Tipps für die Zubereitung ausgibt, sodass der Apparat die ersten Schritte in der Küche erleichtert.
Neben dem zwar relativ straffen Tagesablauf, blieb jedoch immer noch Zeit, abends Berlin und Potsdam unsicher zu machen.
So können wir an eine anstrengende, aber auch interessante Woche zurückdenken und hoffen, dass der Verein MINT-EC auch in Zukunft ähnliche Projekte anbietet.


