Europa als Chance

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Vom 03. bis zum 05. Juni 2009 haben wir, der Leistungskurs Sozialwissenschaften 12 an einem Programm der Europäischen Akademie Nordrhein-Westfalen teilgenommen, welches mit der Unterstützung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung durchgeführt wurde.

Dieses Seminar sollte uns im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament einen umfassenden Einblick in das Konzept der Europäischen Integration ermöglichen und uns helfen ein Verständnis für die aktuelle Lage der Europäischen Union zu entwickeln. Auf dieser Basis sollten wir erkennen, wie sich die Politik der EU auf uns und unser Lebensumfeld auswirkt und wie wir selbst auf eben diese Politik Einfluss nehmen können.

Am Mittwoch, unserem ersten Seminartag wurden wir mittags von unserem Seminarleiter Wolfgang Pleyer in der Jugendherberge Kahlenberg empfangen und bekamen direkt einen Überblick über das, was uns in den nächsten Tagen beschäftigen sollte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es auch gleich zur Sache. Wir begannen in kleinen Gruppen historisch wichtige Daten für die EU (von der Gründung des Europarates über den Abschluss des Ellisee-Vertrags bis zum Beitritt der 10 neuen EU-Staaten 2004) chronologisch zu ordnen, um sie dann im Plenum zusammenzubringen und eine große Zeittafel zu erstellen. Ich musste feststellen, dass ich als Europäer erschreckend wenig über die Geschichte der EU wusste und den Gesichtern manch anderer Klassenkameraden zu urteilen, war ich mit dieser Einsicht nicht allein. Nach einem Stationenlauf zu den europäischen Institutionen war der erste Tag "schon" vorbei.

Am nächsten Morgen werteten wir noch die Ergebnisse des Stationenlaufs aus und begannen dann, uns auf die Fragerunde mit Marlene Lenz, einem ehemaligen Mitglied des europäischen Parlaments vorzubereiten. Nach einem Mittagessen durften wir die Fragen an Frau Lenz stellen, die sie uns auch ausgiebig (!) beantwortete. Die geplante Diskussion mit ihr kam leider nicht ins Rollen.

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen eines Planspiels, zum "verbesserten Verstehen von Institutionen und Entscheidungsprozessen am Beispiel von Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und anstehenden Bewerberländern". So hochgestochen dieser Titel klingt wurde es doch ein Spiel mit angeregten Diskussionen und knochenharten Verhandlungen.

Wir vertraten immer zu zweit den Standpunkt eines EU-Landes zum Beitritt Kroatiens, der Türkei und Mazedoniens. Dieses Spiel, was für mich der Höhepunkt des Seminars war, fesselte uns so sehr, dass mir einige Male noch nach Wochen vorgeworfen wurde ein sturer, störriger Brite zu sein.

Alles in allem war dieses Seminar ein schöner Kontrast zu dem Frontalunterricht in der Schule und ich muss gestehen, auch wenn das Programm manchmal sehr in Ermangelung eines besseren Wortes, "langatmig" war, habe ich einiges über die EU gelernt und hatte besonders am dritten Tag auch viel Spaß an dem Seminar.

 

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/muelheim/2009/6/4/news-121805914/detail.html